2015-09-25
Exkursion

Beeindruckender Besuch am CERN und dem Deutschen Museum in München

Am 5. Februar startete unsere 10-stündige Busfahrt nach CERN. Natürlich ist es sehr anstrengend, 10 Stunden im Bus zu sitzen, doch wir machten sie uns mit Spielen, Musik und Gesprächen viel lustiger als erwartet. Am nächsten Tag wurden wir von Dr. Benedikt, Absolvent des BRG-Viktring, jetzt hochpositionierter Mitarbeiter am CERN und einigen anderen Physikern empfangen und durch das Gelände begleitet. Gleich zu Beginn unserer Reise besuchten wir den ersten Teilchenbeschleuniger, der in CERN gebaut wurde. Unser Guide musste uns aber nicht viel darüber erzählen, da es eine Art Präsentation mit einer Lichtshow gab. Das war alles sehr beeindruckend und schaffte einen guten Einstieg in diese Materie. In der Rechenzentrale bekamen wir einen Einblick, was hier geschieht und anschließend durften wir uns die riesigen Räume, alle vollgestopft mit Computern, ansehen. In der Rechenzentrale werden alle Daten gefiltert, gespeichert und aufbewahrt. Dadurch bekamen wir einen guten Blick hinter die Kulissen. 

Im Zuge unseres Besuches hatten wir auch die außergewöhnliche Möglichkeit, eine der Messstationen des LHC, die Atlas Station, nicht nur zu besichtigen, sondern von drei anwesenden Forschern genaue Einführungen in ihre Fachgebiete zu erhalten. So konnten wir nicht nur das Innere der Messstation, ein riesiges Konstrukt, das uns die Münder offen stehen ließ, besichtigen, sondern bekamen auch genaue Einblicke in die wirkliche Arbeit hinter dem Namen Atlas. Dieser Blick hinter die Kulissen war selbst auf der Heimreise noch Gesprächsstoff von so mancher Diskussion und wird uns bestimmt im Gedächtnis bleiben. 

Mittags ging es in die CERN-Mensa, wo wir zwischen sehr schmackhaften Menüs wählen und dann beim Essen die multikulturellen Mitarbeiter des CERN beobachten konnten. 

Das europäische Labor für Teilchenphysik CERN in Genf hat den stärksten Magneten der Welt. Der Magnet ist 16 Meter hoch, 17 Meter breit und 13 Meter lang und musste 100 Meter in die unterirdische Experimentierhalle versenkt werden. Im Inneren des LHCs gibt es insgesamt 9300 Magnete, die dazu benötigt werden, die Teilchen auf einer Kreisbahn im Beschleuniger zu bewegen und abzulenken, die durch die Lorentzkraft verrichtet wird. Damit die Magnete überhaupt funktionieren können, müssen sie von etwa 60 Tonnen flüssigem Helium umgeben sein und stark gekühlt werden. 

Am Abend wurden wir von Herrn Benedikt und Jeff zu einem typischen Schweizer Käsefondue eingeladen, so konnten wir mit ihnen und unseren Lehrern einen sehr netten Abend verbringen.

Einer der unserer Meinung nach interessantesten Orte am CERN ist die Antimateriefabrik. In dieser Einrichtung erzeugt CERN Antiwasserstoffatome und stellt sie den dort ansässigen Forschungsteams zur Verfügung. Die dort durchgeführten Experimente sollen die Eigenschaften und das Verhalten von Antimaterie erforschen und erklären. 

Bei unserem Aufenthalt in CERN besuchte unsere Klasse auch eine Art Forschungszentrum der NASA, das sogenannte AMS (Alpha Magnetic Spectrometer). Dort bekamen wir einen Einblick in die Weltraumstation ISS. Wir fanden diesen kleinen spontanen Trip sehr interessant und konnten einiges an Wissen mitnehmen.

In einem Vortrag ging es um MedAustron, welches sich in Wiener Neustadt befindet und das Zentrum für Ionentherapie und Forschung ist. Die Ionentherapie ist für diejenigen Patienten entwickelt worden, deren Tumor mit herkömmlicher Strahlentherapie nicht ausreichend behandelt werden kann. Der Teilchenbeschleuniger, der für diese Therapien benutzt wird, wurde in enger Kooperation mit dem CERN entwickelt. 

Unser Besuch am CERN-Gelände fand am Mittwoch einen würdigen und besonderen Abschluss. Nun durften wir nämlich, im Rahmen eines Workshops, durch den Jeff uns leitete, selbst WissenschaftlerInnen sein und ein "Nebelkammer-Experiment" durchführen. Mithilfe von Trockeneis, Alkohol, einer Box und einer Taschenlampe gelang es uns, Teilchen, die mit freiem Auge normalerweise unsichtbar sind, in Form von kleinen, staubwolkenartigen Blitzchen sichtbar zu machen.

Kurztrip nach München 

Unsere Reise endete nicht am CERN, sondern ging noch weiter nach München. Hier besuchten wir das Deutsche Museum, in dem es Ausstellungen von der Astronomie bis hin zum Bergbau gibt. Man könnte Tage in diesem Gebäude verbringen und hätte trotzdem nicht alles gesehen, deshalb suchten wir uns nur die interessantesten Ausstellungen aus. Vor allem die Ausstellung zum Thema Physik hat uns gefallen. Bevor es wieder nach Hause ging, bekamen wir die Möglichkeit, uns München ein wenig anzuschauen, womit eine interessante und lehrreiche, aber auch unterhaltsame Woche zu Ende ging.

Helmut König

Unterrichtet Deutsch und Geographie/Wirtschaftskunde am BRG Viktring. 

Zusätzliche Tätigkeiten: Chefredakteur der Schulhomepage und Betreuer des Fußball-Schülerliga-Teams

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