Deutsch Dieses Fach hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Manche von uns assoziieren wahrscheinlich mit Deutschunterricht an der Unterstufe in erster Linie Diktate und Grammatik, an der Oberstufe das Abarbeiten eines literarischen Kanons, beginnend mit mittelalterlicher Epik und Lyrik und endend, im günstigen Fall, irgendwo bei Kafka oder Zweig. Nun bedeutet der Wandel nicht, dass es das alles nicht mehr gäbe, dass die genannten Inhalte nicht mehr in den Lehrplänen zu finden wären. Was sich verändert hat, ist einerseits deren Gewichtung und andererseits sind es die Arbeitsmethoden. Das rührt daher, dass man heutzutage – nicht nur von unserem Fach, sondern überhaupt von der Schule als Bildungsinstitution - wesentlich mehr erwartet (und das bei gekürzter Stundenzahl!) als zu Zeiten, da noch vom Guten, Schönen und Wahren die Rede war. Heute sollen die Kinder und Jugendlichen in der Schule gleichermaßen Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz erwerben. Für
den Deutschunterricht bedeutet das, dass formales Wissen allein nicht
genügt. Rechtschreiben und Sprachbetrachtung haben – vor
allem an der Unterstufe – immer noch ihren Stellenwert, sind
aber nicht Selbstzweck, sondern eingebunden in größere
Handlungszusammenhänge.
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